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Internationales Begegnungszentrum Bethlehem © 2001 |
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Carol
Carol, Nadim und Andre
bei den Weissen Schwestern in der Nablusstrasse, Jerusalem. Als der
Solidaritätskonvoi der Jerusalemer Kirchen am 23. Oktober in
Bethlehem war, verliessen sie mit Andres Eltern das Haus, nach 5 Nächten
unter der Treppe. Es war wirklich schwierig für meinen Mann und mich, dass Haus mit unserem zehn Monate alten Kind und den beiden alten und kranken Schwierigeltern zu verlassen. Es gab keine andere Möglichkeit, nicht zuletzt, weil wir fünf Tage in einer zwei mal zwei Meter kleinen Ecke unter der Treppe hausen mussten. Hier suchten wir Sicherheit vor den Granaten und Bomben, die direkt vor unserem Haus einschlugen. Wenn Du mich fragst, wie es mir geht, kann ich nur sagen, dass ich voller Zorn bin... Ich kann nicht glauben, dass ich mein Haus zurückgelassen habe... alles, was ich habe... ich fühle mich wie enteignet.
Die Murra-Kreuzung, wo so viele Panzerbilder gemacht wurden. An der Strassenecke rechts das Haus, in dem Carol lebt. In dem höheren Gebäude rechts die Strasse weiter hinunter bezogen israelische Scharfschützen von Zeit zu Zeit Stellung, um auf das Al-'Asse Flüchtlingslager und entlang der Strasse zu schiessen. Panzer fuhren auf die Kreuzung vor und schossen - ihre Spuren sind am 29. Oktober noch gut zu sehen. In der Nacht, bevor wir beschlossen hatten zu gehen, begann ich zu packen. Ich wusste nicht, was ich mitnehmen sollte - für wie lange würden wir weggehen? Ich wollte alle Sachen mitnehmen, die ich so sehr liebte; die Fotos, zum Beispiel. Konnte aber nur die wirklich wichtigen Dinge mitnehmen. Ich bin noch immer zornig. Ich weiß nicht, in welchem Zustand unser Haus jetzt ist. Wir hoffen, dass nichts beschädigt ist. Doch eins ist sicher: Ich weiss, dass ich beschädigt worden bin.
Wir sprachen über Nadim, wie ihn etwas beim Schlafen stört, wie er manchmal mit geschlossenen Augen weint, oder aufwacht; wie er gelernt hat sich die Ohren zuzuhalten... Carol nennt ihren Umzug nach Jerusalem ein "Zugeständnis".
Das ist es, was mich am meisten quält: dass ich gezwungen bin, jedesmal mehr Zugeständnisse zu machen. Dieses Mal haben sie mich gekriegt, in allen Aspekten. Sie haben mich gekriegt.
Text: Carol Dabdoub;
Reporter: Andreas F. Kuntz
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